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Bericht.

Nicht mehr viel Spielraum für die Energiewende

Ebermannsdorf. (wec) / (awe). Zu dem Vortrag "Energiesparen im Haushalt und Erneuerbare Energien in der heimischen Umwelt" konnte der Agenda-Arbeitskreis "Energie und Umwelt" Ekkehard Brühschwein, einen seit über zwei Jahrzehnten engagierten und äußerst versierten Vorkämpfer in Sachen alternative Energieformen im Amberg-Sulzbacher Landkreis gewinnen. Eine erfreuliche Anzahl von Zuhörern zeigte großes Interesse für die anschaulich vorgetragenen und durch Grafiken und Karikaturen untermauerten Probleme und Lösungsstrategien für die Zukunft.

Zunächst beleuchtete der Redner die derzeitige Gesamtlage. Heute gebe es keine Zweifel mehr, dass die Klimaerwärmung in engem Zusammenhang mit dem CO2-Ausstoß bei der Verbrennung fossiler Energieträger steht, vor allem Öl, Gas und Kohle. Diese werden nach und nach in den nächsten Jahrzehnten zu Ende gehen. Die damit einhergehende Kostenexplosion sei bereits jetzt spürbar.
Dagegen stehe die unbegrenzte Energie der Sonne kostenlos zur Verfügung. Mit intelligenter Technik wie Photovoltaik oder Kollektoren werde die Sonnenstrahlung direkt oder im Blockheizkraftwerk genutzt, in der Pellets- oder Hackschnitzelheizung über das Pflanzenöl bzw. Holz indirekt. Dies gelte auch beispielsweise für mit Rapsöl betriebene Kraftfahrzeuge. Mit diesen Methoden werde der weitere Ausstoß von Kohlendioxid vermieden und gleichzeitig Energie eingespart. Letzteres seit genauso wichtig wie die Umstellung auf Erneuerbare Energien. Durch optimale Wärmedämmung von Gebäuden, Einsatz von Spargeräten und -lampen lasse sich die Stromrechnung auch in Zukunft in erträglichen Grenzen halten.
Weitgehend unabhängig von fernen Öl- und Gaslieferanten werden, sei das besondere Anliegen des Referenten Brühschwein. Dass dies nicht utopische Hirngespinste sind, zeigte er am Beispiel Rapsöl auf. Regionale Energiekreisläufe erweisen sich gleichermaßen als regionale Wirtschaftskreisläufe.

In unserem Landkreis könnten jährlich auf 9500 ha Acker- und Brachland Ölpflanzen gedeihen, aus denen sich 11 Mio. Liter Pflanzenöl und 23.500 Tonnen hochwertiger, dem Soja überlegener Futterkuchen gewinnen ließen. Damit wären durch Blockheizkraftwerke 3.200 Häuser mit Wärme und 5.200 Haushalte mit Strom zu versorgen, 49 Prozent aller Diesel-PKW im Landkreis könnten mit diesem nachhaltigen, unschädlichen Treibstoff bei acht Liter Verbrauch 25.000 km im Jahr zurücklegen. Dabei kämen acht Mio. Euro in Umlauf. Die Nutznießer wären nicht nur die Landwirte als Rohstofflieferanten und Öl-Mühlenbetreiber, sondern der ganze Landkreis, da die Wertschöpfung in der Region bliebe.

Brühschwein zeigte sich der bisherigen Versäumnisse und der Trägheit der Staatsapparate und Bevölkerungen bewusst und welcher Anstrengungen es beürfe, das Leihgut "Erde" noch einigermaßen intakt an die Nachkommen zu übergeben. Viel Zeit dafür bleibe jedoch nicht mehr. Nach neuesten wissenschaftlichen Szenarien müsste in den nächsten 15 Jahren Entscheidendes in Richtung Energiewende passieren. Deshalb seien seine Enkel für seinen Einsatz die stärkste Triebfeder. Man könne ihm wenigstens nicht vorwerfen, er hätte sich nicht gegen die Übermacht der Energie-Konzerne gewehrt und keine Änderungen herbeizuführen versucht. Als Einzelner sowieso nichts machen zu können, sei die falsche Einstellung. Alle wehrhaften Einzelnen ergeben zusammen eine Vielzahl, die an sich bereits Druck ausübt.
AK-Sprecher Reinwald Hofstetter und Agenda-Beauftragter Manfred Klemm dankten dem Referenten für seinen engagiert vorgetragenen und hervorragend vorbereiteten Vortrag mit einem Biobauern-Geschenkkorb aus Arling.

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